Zeitfenster

Das Konzept der "Zeitfenster" im Römerkastell Abusina-Eining
von Dr. Kresimir Matijevic, Universität Trier
Die feierliche Einweihung der "Zeitfenster" am 5. Juni 2011 war gewissermaßen gleichzeitig eine Neueröffnung des römischen Auxiliakastells Abusina überhaupt. War man als Besucher vorher noch über das Gelände gestreift, ohne sich ein Bild vom antiken Leben am Limes machen zu können, führen einen nun besagte "Zeitfenster" als ständige Begleiter durch die antiken Befunde.
Was erwartet Sie vor Ort, wenn Sie das Kastell besuchen möchten? Die "Zeitfenster" übernehmen für Sie zwei Aufgaben: Zum einen sind die Rahmenkonstruktionen so angeordnet, dass Ihr Blick tatsächlich wie durch Fenster auf die übrig gebliebenen baulichen Strukturen gelenkt wird. Zum anderen erfahren Sie durch mannigfaltige Informationen an den Innenseiten der Fensterrahmen, was genau Sie vor sich sehen und wie Sie sich die heutigen Ruinen in der Römerzeit vorzustellen haben.
Neben Texten, die sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache gut lesbar beide Seiten des Rahmens einnehmen, erläutern Bildinformationen, wie das Alltagsleben eines typischen Soldaten in einem römischen Kastell oder eines Zivilisten in der Umgebung des Lagers ausgesehen hat. An ausgewählten Zeitfenstern sorgen Audioelemente dabei für die richtige "Lager-Stimmung".
In wissenschaftlicher Hinsicht können die "Zeitfenster" in jeder Beziehung überzeugen, hat man für die Texte als Verfasser doch Dr. Markus Gschwind gewinnen können, der mit einer monumentalen Arbeit zum Kastell promoviert wurde und als bester Kenner der Forschungen zu diesem Ort gilt.
Trotzdem sind die Texte allgemein verständlich formuliert und mit interessanten Informationen aus dem Alltagsleben anderer römischer Auxiliarkastelle, beispielsweise vom Hadrianswall in Großbritannien, angereichert worden. So erfährt man, dass die Frau eines Lagerkommandanten ihre Freundin aus dem Nachbarkastell zum Geburtstag eingeladen hat.
Außer den "Zeitfenstern" befinden sich an ausgewählten Stellen zusätzlich Informationstafeln mit weiteren Bild- und Textinformationen. Ferner werden Ihnen die beiden wichtigsten zeitlichen Phasen des Lagers, das hochkaiserzeitliche und das spätantike Kastell, anhand von hervorragenden Modellen aus Stahl bildlich vor Augen geführt.
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